Norwegisch Blau

Freiburg bis 17. März 2019  –  Die herbe wilde Schönheit der norwegischen Landschaft zeigt diese Ausstellung unter dem Titel Faszination Norwegen. Landschaftsmalerei von der Romantik bis zu Moderne noch wenige Tage im Augistnermuseum, also Gemälde aus einem Zeitraum von rund 100 Jahren von Anfang 19. Jhd. bis Anfang 20 Jhd.

Da gibt es den romantischen Blick auf die Landschaft, wo die tosenen Urgewalten der Fjorde dargestellt sind. Ein idealisiertes Bild, das einen erhabenen Eindruck schildert und kein wirklicher Natureindruck zeigt die Romantik. Das hier gezeigte Motiv eines Schiffsunglück war sehr beliebt. Es zeigt das Ausgeliefertsein des Menschen angesichts der Naturgewalten.

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Gustav Adolf Boenisch – Stürmische Fjordlandschaft im Mondschein 1882 (Der romantische Blick auf die Landschaft)

Schon ab Mitte des 19. Jhd. versuchen die Maler ein Wahren und unverfälschten Blick auf die Natur einzufangen. Es geht nicht mehr um ein idealisiertes Bild, sondern um naturnahe Eindrück. Die Bilder sind einem breiteren Publikum zugänglich und tragen so zum Tourismus bei.

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Hans Friedrich Gude 1825-1903, Strandsteine 1893

Der Anreiz von Bildern, die den Wunsch auslösen eine Gegend bereisen zu wollen hat sich bis heute nicht geändert, wo Instagram-Posts für manche Ziele einen Besucherstrom auslösen, der sich eher negativ anfühlt.

In der Moderne wandelt sich der Blick auf die Natur wieder. Auf diesem Beispiel ist es ein eher intuitiver sinnlicher Zugang der die spontanen vergänglichen Bilder der Schneeschmelze zeigt.

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Fritz Thaulow 1847-1906, Schneeschmelze 1887 Pastell

 

Ich find diese Ausstellung ist ausgezeichnet kuratiert aus zwei Gründen:
Zum einen gibt es eine große Landkarte Norwegens, auf der viele Gemäle geographisch verortet sind, so daß ich einen guten Eindruck davon erhalten habe, wohin die Maler gereist sind und unter welch abenteuerlichen Umständen im 19. Jhd. ohne Flugzeug, Eisenbahn oder auch nur befestigten Straßen abseits der großen Städte.

Zum anderen enthalten die keinen Texttafeln mit mehr Details zu den Malern, Bildern oder Umständen sehr anschauliche und persönliche Geschichten und Statements, die es mir erlauben, mich tiefer in die Maler und die Umstände hineinzuversetzen und so die Bilder zu verstehen. Solche Ergebnisse von Recherchen zur Verfügung zu stellen; trägt maßgeblich dazu bei, ob eine Ausstellung nur eine unter vielen ist oder mich bewegt.

 

FASZINATION NORWEGEN. EDVARD MUNCH

Parallel werden rund 30 graphische Arbeiten von Edvard Munch ebenfalls unter dem Titel Faszination Norwegen gezeigt. Die meisten werden wie ich vor allem die Gemälde kennen, insofern war ich überrascht von den Graphiken.

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Edvard Munch – Omegas Flucht 1908-1909 aus dem Zyklus Alpha und Omega

22 lithographische Blätter und ein Prosagedicht ergeben den Zyklus Alpha und Omega, von denen 12 gezeigt werden.

„Zusammen ergeben sie eine bildnerische Erzählung, die in Episoden die Geschichte von Alpha und Omega, den ersten Menschen auf einer Insel erzählt. Als inhaltliche Tragik wird formuliert, dass der Mensch nie zufrieden ist mit dem , was ihm geschenkt wurde – sei es die Natur, die ihn umgibt oder die Liebe zu nur einem Menschen. Das Paar wird getrieben von Liebe, Eifersucht, Egoismus, Scham, Verletzlichkeit, Angst und Jähzorn. Munch entwickelte in diesem Zyklus eine zeitenübergreifende Bildsprache, die in ihrer Reduziertheit, Prägnanz und Modernität vom Betrachter damals wie heute unmittelbar verstanden werden kann.“

NUR NOCH WENIGE TAGE!

 

 

AugustinerMuseum Freiburg

Adresse: Augustinermuseum, Augustinerplatz, 79098 Freiburg im Breisgau

Öffnungszeiten: Di-So von 10-17 Uhr

Führungen: Samstag um 15 Uhr

Eintrittspreis: 7,00 € für Erwachsene

Katalog: verfügbar

Anfahrt: vom Hauptbahnhof die Straßenbahn 1 , sie hält vor dem Museum

Café: gibt es nicht, aber mitten in Freiburg findet man schnell eine Alternative

 

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